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Eine Unterzuckerung entsteht, wenn der Körper nicht in der Lage ist, Glukose zu speichern.

Die benötigte Energie wird aus den Körperfettreserven geholt, so daß Fettsäuren schneller freigesetzt werden, als sie über den Stoffwechsel abgebaut werden können.

In diesen Fällen werden Stoffe (Ketone) produziert, die sich toxisch auf das Gehirn und appetitmindernd auswirken. Es kommt zu Erbrechen und Dehydration (Austrocknung). In fortgeschrittenem Stadium ist der Hund nicht mehr ansprechbar, gleitet in ein Koma und stirbt.

Die produzierten Stoffe (Ketone) haben einen speziellen Geruch, der sowohl im Atem des Hundes, als auch in seinem Urin erkannt werden kann. Sie riechen sehr süß.

Als erstes Anzeichen bei einer akuten Unterzuckerung kommt es zu Müdigkeit und Schlappheit, der Hund taumelt. Hier sollte man sofort eingreifen und dem Hund Honig, Traubenzucker oder - falls nicht zur Hand - irgendeine zuckerhaltige Substanz direkt ins Maul geben.

Die meisten Hunde werden das willig annehmen und das Ergebnis ist oft dramatisch: schon nach wenigen Augenblicken wirkt der Hund wieder normal. Sollte der Welpe bereits komatös sein, ist umgehende tierärztliche Hilfe geboten. Der Welpe braucht dringend sofort intravenöse Gaben von Glukose, um den Zuckerspiegel wieder aufzubauen. Ein komatöser Welpe kann dazu neigen, Krampfanfälle zu bekommen. Der Tierarzt wird dann zusätzlich zur Glukose auch ein Beruhigungsmittel geben.

Welpen, bei denen diese Anzeichen auftreten, müssen ganz besonders gut beobachtet werden und benötigen - zusätzlich zum normalen Futter - eine spezielle Ernährung:

Gleich morgens als erstes sollte der Welpe 1/4 Teelöffel Honig bekommen. Nach ca. 1/2 Stunde reicht man ihm ein "Frühstück" aus in Wasser gekochten Haferflocken mit 10%iger Kondensmilch und 1/4 Teelöffel Honig. Das gleiche "Frühstück" bekommt der Welpe am Abend noch einmal.

Man muß sich vergegenwärtigen, daß diese Welpen keinen Zucker speichern können. Daher ist es absolut unumgänglich, daß sie nicht länger als maximal 4 Stunden ohne Futter sind. Die beste Nahrung für solche Welpen ist das o.g. "Frühstück" in Kombination mit speziellem Welpenfutter (sowohl Dosen- als auch Trockennahrung).

Es ist wichtig, die nächtliche Bewegungsmöglichkeit des betroffenen Welpens möglichst auf ein kleines Plätzchen einzuschränken, so daß er nicht zu viel Energie beim Spielen und Herumtollen verbraucht. Auch muß auf die richtige Raumtemperatur geachtet werden, denn Welpen verbrauchen sehr viel Energie, um ihre Körpertemperatur zu regulieren.

Wenn ein Welpe nach dem Schlafen erwacht, muss er instinktiv etwas fressen. Insofern muß auch nachts Futter zur Verfügung stehen.

Wenn der betroffene Welpe 4 Monate alt ist, kann man versuchen, die o.g. spezielle "Zucker-Fütterung" für 24 Stunden zu unterlassen. Stellt man in dieser Zeit keine Anzeichen für eine Unterzuckerung fest, läßt man weitere 24 Stunden die Spezialfütterung weg. Anschließend wird wieder für eine Woche wie oben beschrieben zugefüttert.  Dann wird die "Zucker-Fütterung" wieder weggelassen, jedes Mal ein bißchen länger, bis der Welpe seinen Zuckerhaushalt ohne Hilfe aufrecht erhalten kann. In den meisten Fällen ist dies spätestens im Alter von 7 bis 8 Monaten der Fall. Bei besonders kleinen und zarten Junghunden kann sich diese Symptomatik bis zum Ende des 1. Lebensjahres hinziehen.

Man muß berücksichtigen, daß jede Art von Stress, ausgelöst durch Einsamkeit, Krankheit, Wetterschwankungen, Impfungen oder Ortswechsel wieder die Gefahr einer Unterzuckerung mit sich bringen kann.

Weiterhin ist unbedingt zu beachten, daß die ersten Anzeichen der Unterzuckerung manchmal (auch von Tierärzten!) mißgedeutet und als Symptome eines Hydrocephalus (Wasserkopf) gewertet werden.  Wie bei der Unterzuckerung können auch bei einem Hydrocephalus Müdigkeit und Bewegungsstörungen auftreten, der Welpe bekommt Krämpfe und fällt ins Koma.

Man muß sich die Symptome beider Erkrankungen sehr gut einprägen und dann anhand der Reaktionen des Welpens prüfen, was ihm fehlt.

Wenn man nicht sicher ist, ob ein Welpe an Unterzuckerung leidet oder einen Hydrocephalus hat, gibt eine Ultraschalluntersuchung des Gehirns letztendlichen Aufschluß darüber.